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Entdeckungsgeschichte

Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass es Pflanzen gibt, die in der Lage sind, Insekten oder sogar kleine Säugetiere zu fangen und zu "fressen". Daher hat es auch viele Jahrhunderte gedauert, bis der Mensch in der Lage war, dies zu begreifen und anzuerkennen. Eine große Schuld trifft hierbei die damals allmächtige Kirche. Fast alle Forscher waren von ihr abhängig und sie bestimmte, was richtig oder falsch war. So war es auf keinen Fall mit den "Heiligen Schriften" vereinbar, dass Pflanzen Macht über Tiere ausüben können. Nach der religiösen Meinung waren Pflanzen von Gott einzig als Tiernahrung gedacht, alles andere wurde als Blasphemie abgetan.

Erst Darwin, bestärkt durch seinen Freund Hooker (zu seiner Zeit eine Autorität bezüglich pflanzenkundiger Fragen), schaffte 1875 mit der Veröffentlichung seiner Versuche und Beobachtungen an carnivoren Pflanzen den Durchbruch. Doch trotz dieser wissenschaftlichen Arbeit, trotz aller eindeutigen Beweise gibt es auch Jahre später noch "ewig Gestrige". Selbst 1925 versuchte noch Dubois, immerhin Professor an der Universität in Lyon, durch eigene Versuche zu widerlegen, dass es Pflanzen mit carnivoren Eigenschaften gibt.

Entdeckungsgeschichte

1980/90er T. J. Givnish beschreibt mögliche carnivore Eigenschaften von Brocchinia. Dionaea wird als Mittel gegen Krebs eingesetzt. Nepenthes distillatoria wird als Arzneimittel eingesetzt. Tee und Likör aus Drosera wird erstmals als Genussmittel angeboten.

1970er Die Wirkstoffe von Drosera werden in der modernen Medizin eingesetzt. Es werden eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten über biochemische und physiologische Aspekte carnivorer Pflanzen veröffentlicht. J. Marburger und S. & T. L. Green veröffentlichen Arbeiten über carnivore Eigenschaften von Triphyophyllum.

1942 F. E. Lloyd faßt die bekannten Gegebenheiten über carnivore Pflanzen in seinem Buch "The Carnivorous Plants" zusammen. Das Buch gilt als Standardwerk.

1929 Ibicella wird wieder als eigenständige Gattung eingestuft.

1927 Triphyophyllum wird von J. Hutchinson & J. M. Dalziel beschrieben.

1896 Catopsis berteroniana wird von C. Mez beschrieben.

1895 Ibicella lutea wird der Gattung Proboscidea zugeordnet.

1882 Brocchinia wird von J. G. Baker beschrieben.

1875 C. Darwin veröffentlicht seine Arbeiten über "insektivore" Pflanzen in dem Buch "Insectivorous Plants" und schafft damit den Durchbruch zur Anerkennung carnivorer Pflanzen. W. J. Beal beschreibt Ibicella und erkennt carnivore Eigenschaften.. M. Treat erkennt die Fallenkonstruktion von Utricularia.

1853 J. Torrey veröffentlicht seine Beschreibung von Darlingtonia.

1852 W. J. Hooker erkennt, dass Nepenthes Kannen (= Nepenthes villosa) Insekten "anlocken und vernichten".

1844 Polypompholyx wird von J. G. C. Lehmann beschrieben. Die Arten der Gattung werden später der Gattung Utricularia zugeordnet.

1841 Darlingtonia wird bei einer Expedition von J. D. Brackenridge entdeckt.

1840 Heliamphora wird von G. Bentham beschrieben.

1838 Heliamphora wird bei einer Expedition von R. H. Schomburgk entdeckt.

1834 M. A. Curtis beschreibt detailliert den Fangmechanismus von Dionaea.

1833 Genlisea wird von A. de Saint-Hilaire beschrieben.

1825 Ibicella wird als Martynia lutea beschrieben.

1805 Cephalotus wird von J. J. H. de La Billardière beschrieben.

1808 Byblis wird von R. A. Salisbury beschrieben.

1800 R. Brown erkennt karnivore Eigenschaften bei Cephalotus.

1797 Erste ausführliche Abhandlung über Utricularia von J. E. Smith. Die Fangbläschen werden allerdings noch als "Schwimmkörper" missverstanden.

1791 Cephalotus wird bei einer Expedition von A. Menzies entdeckt und gesammelt.

1791 W. Bartram erklärt, dass Sarracenia nicht nur Insekten fängt, sondern sie auch tötet und in "irgendwelcher Form" verdaut.

1775 D. Diderot erkennt Dionaea als "fast karnivor" an.

1768 J. Ellis beschreibt Dionaea unter ihrem heutigen Namen und erkennt dabei die besonderen Eigenschaften der Art.

1765 P. Collinson erkennt, dass in den Blattschläuchen der Sarracenia Insekten gefangen werden.

1764 Roridula wird von C. v. Linné beschrieben.

1759 Dionaea wird von A. Dobbs als "catch fly sensitive" (= Dionaea muscipula) bezeichnet.

1753 C. v. Linné veröffentlicht die erste Auflage von "Species plantarum", die Geburtsstunde der binären Nomenklatur. Das heißt, Linné hat alle zu seiner Zeit bekannten Pflanzen in einer großen Bestandsaufnahme mit einem neuen Namen versehen und sie in einer Systematik eingeordnet. Die Namen bestanden jetzt nur noch aus zwei Wörtern, dem Gattungsnamen und dem Artnamen. Durch internationale Beschlüsse wurden später alle vorlinnéischen Pflanzennamen für ungültig erklärt.

1747 Aldrovanda wird von G. Monti als "aldrovandia" (= Aldrovanda vesiculosa) beschrieben.

1691 Aldrovanda wird von L. Plukenet als "lenticula pulustris indica" (= Aldrovanda vesiculosa) beschrieben.

1689 Drosophyllum wird von J. P. de Tournefort als "Ros solis lusitanicus maximus" (= Drosophyllum lusitanicum) beschrieben.

1661 Drosophyllum wird von G. Grisley als "chamaeleontioides" (= Drosophyllum lusitanicum) beschrieben.

1658 Nepenthes wird von E. de Flacourt als "anramitaco" beschrieben. Bei der beschriebenen Art handelt es sich vermutlich um Nepenthes madagascariensis.

1618 Erste verbriefte Standortbeschreibung von Drosera rotundifolia im Norden Russlands. Die Art wird als Heilkraut gegen Erkältungen angepriesen.

1601 Erste Abbildung einer Sarracenia.

1591 Utricularia wird von M. de Lobel als "millefolium aquaticum" beschrieben. Wahrscheinlich handelt es sich bei der beschriebenen Art um Utricularia vulgaris.

1576 Sarracenia wird von M. de Lobel als "thuris limpidi folio" beschrieben. Bei der beschriebenen Art handelt es sich wahrscheinlich um Sarracenia purpurea

1449 Pinguicula wird von V. Auslasser als "zitroch chrawt" und "schmalz chrawt" beschrieben. Vermutlich handelt es sich bei der beschriebenen Art um Pinguicula alpina. Fettkräuter finden in der Tiermedizin und bei der Lebensmittelherstellung Verwendung.

12. Jh. bis 15. Jh Drosera wird von M. Platearius als "herba sole" (= Drosera anglica) und "lunaria major" (= Drosera rotundifolia) beschrieben. Beide Arten werden von Mönchen als Heilpflanzen eingesetzt, um Reizhusten zu lindern.



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