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Entdeckungsgeschichte

Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass es Pflanzen gibt, die in der Lage sind, Insekten oder sogar kleine Säugetiere zu fangen und zu "fressen". Daher hat es auch viele Jahrhunderte gedauert, bis der Mensch in der Lage war, dies zu begreifen und anzuerkennen. Eine große Schuld trifft hierbei die damals allmächtige Kirche. Fast alle Forscher waren von ihr abhängig und sie bestimmte, was richtig oder falsch war. So war es auf keinen Fall mit den "Heiligen Schriften" vereinbar, dass Pflanzen Macht über Tiere ausüben können. Nach der religiösen Meinung waren Pflanzen von Gott einzig als Tiernahrung gedacht, alles andere wurde als Blasphemie abgetan.

Erst Darwin, bestärkt durch seinen Freund Hooker (zu seiner Zeit eine Autorität bezüglich pflanzenkundiger Fragen), schaffte 1875 mit der Veröffentlichung seiner Versuche und Beobachtungen an carnivoren Pflanzen den Durchbruch. Doch trotz dieser wissenschaftlichen Arbeit, trotz aller eindeutigen Beweise gibt es auch Jahre später noch "ewig Gestrige". Selbst 1925 versuchte noch Dubois, immerhin Professor an der Universität in Lyon, durch eigene Versuche zu widerlegen, dass es Pflanzen mit carnivoren Eigenschaften gibt.



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12. Jh. bis 15. Jh   Drosera wird von M. Platearius als "herba sole" (= Drosera anglica) und "lunaria major" (= Drosera rotundifolia) beschrieben. Beide Arten werden von Mönchen als Heilpflanzen eingesetzt, um Reizhusten zu lindern. 
1479  Pinguicula wird von V. Auslasser als "zitroch chrawt" und "schmalz chrawt" beschrieben. Vermutlich handelt es sich bei der beschriebenen Art um Pinguicula alpina. Fettkräuter finden in der Tiermedizin und bei der Lebensmittelherstellung Verwendung. 
1576  Sarracenia wird von M. de Lobel als "thuris limpidi folio" beschrieben. Bei der beschriebenen Art handelt es sich wahrscheinlich um Sarracenia purpurea.   
1591   Utricularia wird von M. de Lobel als "millefolium aquaticum" beschrieben. Wahrscheinlich handelt es sich bei der beschriebenen Art um Utricularia vulgaris.   
1601  Erste Abbildung einer Sarracenia.   
1618  Erste verbriefte Standortbeschreibung von Drosera rotundifolia im Norden Russlands. Die Art wird als Heilkraut gegen Erkältungen angepriesen.   
1658  Nepenthes wird von E. de Flacourt als "anramitaco" beschrieben. Bei der beschriebenen Art handelt es sich vermutlich um Nepenthes madagascariensis.   
1661  Drosophyllum wird von G. Grisley als "chamaeleontioides" (= Drosophyllum lusitanicum) beschrieben.   
1689  Drosophyllum wird von J. P. de Tournefort als "Ros solis lusitanicus maximus" (= Drosophyllum lusitanicum) beschrieben.   
1691  Aldrovanda wird von L. Plukenet als "lenticula pulustris indica" (= Aldrovanda vesiculosa) beschrieben.   
1747  Aldrovanda wird von G. Monti als "aldrovandia" (= Aldrovanda vesiculosa) beschrieben.   
1753  C. v. Linné veröffentlicht die erste Auflage von "Species plantarum", die Geburtsstunde der binären Nomenklatur. Das heißt, Linné hat alle zu seiner Zeit bekannten Pflanzen in einer großen Bestandsaufnahme mit einem neuen Namen versehen und sie in einer Systematik eingeordnet. Die Namen bestanden jetzt nur noch aus zwei Wörtern, dem Gattungsnamen und dem Artnamen. Durch internationale Beschlüsse wurden später alle vorlinnéischen Pflanzennamen für ungültig erklärt.   
1759  Dionaea wird von A. Dobbs als "catch fly sensitive" (= Dionaea muscipula) bezeichnet.   
1764  Roridula wird von C. v. Linné beschrieben.   
1765  P. Collinson erkennt, dass in den Blattschläuchen der Sarracenia Insekten gefangen werden.   
1768  J. Ellis beschreibt Dionaea unter ihrem heutigen Namen und erkennt dabei die besonderen Eigenschaften der Art. 
1775  D. Diderot erkennt Dionaea als "fast karnivor" an.   
1791  W. Bartram erklärt, dass Sarracenia nicht nur Insekten fängt, sondern sie auch tötet und in "irgendwelcher Form" verdaut.   
1791  Cephalotus wird bei einer Expedition von A. Menzies entdeckt und gesammelt.   
1797  Erste ausführliche Abhandlung über Utricularia von J. E. Smith. Die Fangbläschen werden allerdings noch als "Schwimmkörper" missverstanden.   
1800  R. Brown erkennt karnivore Eigenschaften bei Cephalotus.   
1805  Cephalotus wird von J. J. H. de La Billardière beschrieben.   
1808  Byblis wird von R. A. Salisbury beschrieben.   
1825  Ibicella wird als Martynia lutea beschrieben.   
1833  Genlisea wird von A. de Saint-Hilaire beschrieben.   
1834  M. A. Curtis beschreibt detailliert den Fangmechanismus von Dionaea.   
1838  Heliamphora wird bei einer Expedition von R. H. Schomburgk entdeckt.   
1840  Heliamphora wird von G. Bentham beschrieben.   
1841  Darlingtonia wird bei einer Expedition von J. D. Brackenridge entdeckt.   
1844  Polypompholyx wird von J. G. C. Lehmann beschrieben. Die Arten der Gattung werden später der Gattung Utricularia zugeordnet.   
1852  W. J. Hooker erkennt, dass Nepenthes Kannen (= Nepenthes villosa) Insekten "anlocken und vernichten".   
1853  J. Torrey veröffentlicht seine Beschreibung von Darlingtonia.   
1875  C. Darwin veröffentlicht seine Arbeiten über "insektivore" Pflanzen in dem Buch "Insectivorous Plants" und schafft damit den Durchbruch zur Anerkennung carnivorer Pflanzen.

W. J. Beal beschreibt Ibicella und erkennt carnivore Eigenschaften..

M. Treat erkennt die Fallenkonstruktion von Utricularia. 
1882  Brocchinia wird von J. G. Baker beschrieben.   
1895  Ibicella lutea wird der Gattung Proboscidea zugeordnet.   
1896  Catopsis berteroniana wird von C. Mez beschrieben.   
1927  Triphyophyllum wird von J. Hutchinson & J. M. Dalziel beschrieben.   
1929  Ibicella wird wieder als eigenständige Gattung eingestuft.   
1942   F. E. Lloyd faßt die bekannten Gegebenheiten über carnivore Pflanzen in seinem Buch "The Carnivorous Plants" zusammen. Das Buch gilt als Standardwerk.   
70er Jahre  Die Wirkstoffe von Drosera werden in der modernen Medizin eingesetzt.

Es werden eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten über biochemische und physiologische Aspekte carnivorer Pflanzen veröffentlicht.

J. Marburger und S. & T. L. Green veröffentlichen Arbeiten über carnivore Eigenschaften von Triphyophyllum. 
 
80er und 90er Jahre  T. J. Givnish beschreibt mögliche carnivore Eigenschaften von Brocchinia.

Dionaea wird als Mittel gegen Krebs eingesetzt.

Nepenthes distillatoria wird als Arzneimittel eingesetzt.

Tee und Likör aus Drosera wird erstmals als Genussmittel angeboten. 
 


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